Neueste Meldungen zum General VT 608 801 finden sie am Ende der Seite in AKTUELL

Abschied vom “ General “

 

Links der “General” auf dem Postgleis, rechts der Heidelberger Hauptbahnhof

Treffen der Generationen: Der VT 608 801 und der ICE 3

Nach Fertigstellung im Jahre 1956, wurde der Zug von den Streitkräften als rollender Befehlsstand ausgebaut und im Bereich des Heidelberger Hauptbahnhofes stationiert. Da es mit den Ende des "Kalten Krieges" für ihn keine Verwendung mehr gab, wurde der Zug 1991 verkauft, nicht ohne vorher alles militärische Material zu entfernen.Die GVG mit Sitz in Frankfurt übernahm den Zug und stellte ihn auf ein ungenutzes Postgleis gegenüber seinem alten Stammplatz.
Durch die Verkehrspolitik der DB, blieb er dort fast ungenutzt stehen und wurde so über einen Zeitraum von ca. 15 Jahren zu einem gewohnten Bild.Seit dem 26. Okt. 06 ist der Platz leer und viele wollen wissen ob, und mit welchen Veränderungen, der Zug nach Heidelberg zurückkehrt

Die größten Um und Aufarbeitungen gab es es in den Jahren 1986 bis 1988. Die typisch kleinen Fenster an der Stirn entfielen zugunsten einer Panoramascheibe aus gehärtetem Sicherheitsglas mit eingebauter Heizung. Auch die Radio- und Funkanlage wurden Komplett erneuert.

Der VT im Auslieferungszustand von 1956, jedoch mit neuerer Lackierung

Bild: Lokfoto

Die Spekulationen wachsen. . .

Gehütet als militärisches Geheimnis, entfiel die Möglichkeit, nahe an den Zug heranzukommen. Tag und Nacht bewacht und innerhalb von 30 Minuten abfahrbereit, durchgehend besetzt mit ZWEI Lokführern für längere Strecken, die ihr Schlafabtei direkt hinter dem Fahrerstand hatten, das ist doch schon etwas für den Anfang einer Legende! Desweiteren war auch das weitere Peronal handverlesen und musste auf Abruf bereit stehen. Die Fahrten standen unter Zuglaufüberwachung und wurden geheimgehalten. Selbst das Fotografieren des “Generals” wurde von offizieller Seite verboten!
Was also an Informationen durchsickerte war herzlos wenig, mit den Ausnahmen das der Zug dem jeweiligen Oberbefehlhaber der US-Streitkräfte  unterstand und der Beförderung weiterer ranghoher Offiziere und ihren Gästen diente.
So entwickelte sich im Laufe der Zeit eine Berichterstattung, der die Einrichtungen des Zuges mehr in den Vordergrund stellte, als seine bekannt gewordenen Fahrten zu wichtigen Militärstandorten in  Grafenwöhr, Bonn etc. Und hier verbinden sich das Geheimnis seiner militärischen Funktion mit den Spekulationen um seine Einrichtung. Schwere Teppichböden und Velours, mit Marmor und vergoldeten Wasserhähnen ausgebautes Bad, edele Hölzer, die den Salonwagen verkleiden und natürlich eine Privatsuite für den General, so rätseln die Einen und behaupten die Anderen.
       Die Krönung der Presseente, leistete sich die Rhein-Neckar-Zeitung vom 21. 7. 1997 und inzwischen auch vom 12. März 2007: ” Prominentester Fahrgast war US-Präsident John F. Kennedy, der mit dem Gefährt aus rostfreiem Stahl von Frankfurt ins zweigeteilte Berlin rollte.”
Das er mit dem Flugzeug kam, wollen die Verantwortlichen in der Redaktion partout nicht akzeptieren.

26. Juni 1963  - Ankunft in Berlin -
Die WIRKLICHE!

John F. Kennedy und Dr. Konrad Adenauer- Landung in Tegel.     Bild: dpa

Bitte

     einsteigen...

die Tür


   ist offen !

Der Führerstand im Triebwagen des VT 608801
“ General ”

Hinter dem Lokführer befinden sich die elektrische
Sicherungsleiste und Motorüberwavchung.

 

 

 

Links davon ist der Zugang zum Motorraum

Blichrichtung Führerstand: Hinter dem Auslege- tablett befinden sich die Kojen für die
Lokführer und das Zugpersonal.

Zum Ende des Triebwagens folgen der
Vorratsraum, die Küche ...

ein Einbauschrank für Weine und
Spirituosen...

und der Speiseraum

Über den anschließenden Faltbalgen gelangt man in den Salon des Steuerwagens, mit

Sitzt du auf der Brille Rand...
Ein Aussparung im Milchglas sorgt
während des “Geschäftes” für Infor- mationen von draussen!

anschließender Toilette und einem Duschraum.
Das Handwaschbecken ist aus platzgründen hochklappbar,damit die Toilette selbst, in den beengten Verhältnissen, zugängig wird.

Marmor und Gold waren hier nicht zu finden, aber marmorisierte Kunststoffplatten und Messinghähne. Natürlich auch!- Der Zug wäre sicherlich zu schwer geworden zumal zeitweise, während Einsatzfahrten, zum Schutz vereinzelt mobile Bleiplatten in dem Zug ausgelegt wurden ( erzählt man, Halterungen dafür waren nicht zu entdecken, auch keine Andeutungen dafür)

Die “Suite” des jeweils Kommandieren
Gleich dahinter in Blickrichtung befand sich der Funkraum.

Der Seitengang mit den Kabinen für die Offiziere und
ihre Gäste. Hinter mir befindet sich der Führerstand
des Steuerwagens.

Für den harten Kern der Eisenbahner- fans: Der Dauerbremszettel des VT !

Und heute ?

Da der Zug während seiner Ruhepause regelmäßig gewartet wurde, d. h. Aufladen der Batterien und kurze Bewegungen auf dem Abstellgleis, waren die fahrtechnischen Eigenschaften ausreichend, um aus eigener Kraft zur Haupt- untersuchung zu fahren.
Durch die neuen Trassenzugangsbestimmungen mit Wirkung vom 1. 8. 2006, wird der Zug weitaus preiswerter über die Schienen rollen können. Dadurch wird finanziell natürlich auch die Vermietung wesentlich attraktiver für den Kunden.
Es ist jedoch kaum anzunehmen, das der Zug diese Einrichtung in der Erneuerung beibehalten wird. Der Besitzer erwähnte ein verändertes Aussehen, das sich am Charterkunden orientiert. So wird auch die äußere Farbgebung wohl eine andere werden.

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Nachtrag vom Januar 2007:

Die Termine für die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Zuges sind laut Werkstatt noch offen, da die HU- und der Lackierungszeitpunkt noch nicht feststehen.

Nachtrag vom März 2007:

Über RNZ - Bericht lachen nicht nur Eisenbahner

Nach 10-jähriger Pause meldet sich die RNZ mit einem Beitrag zum General VT 608 801 zurück. Leider lässt der Wahrheitsgehalt des Berichtes sehr zu wünschen übrig, und das Kennedy noch immer mit diesem Zug 1963 nach Berlin fuhr, wie zu lesen, bestätigt schlichtweg die Qualifikation des Autors und die Inhaltskontrolle des Chefredakteurs auf Recherchenquellen.
Hier einige Korrekturanmerkungen:
1:  Der Zug ist  n i c h t nach Berlin gefahren,                sondern bedindet sich zur Hauptuntersuchung in Süd- deutschland.
 2   Der Grund für die Erneuerung der HU waren die       neuen Trassenzugangsbestimmungen der DB,             und nicht die Trennung des Standortes vom Schienen- netz.
3   Von goldenen Wasserhähnen und.... na ja, das          haben sie ja schon gesehen und gelesen.

Die Trennung vom DB-Netz:      Nach vorne kein Gleis....

4   ... und was die Anzahl an Tagen anbelangt, die der “General “ mit den Reichen  und Schönen seit 1991 etwa  unterwegs war,- ab 1997 jedenfalls, ist mir aufgefallen, dass der Zug nicht ausserhalb seines Abstellplatzes war, was sich mit dem HU-Termin auf dem Zug deckt und in seinem äusseren Er- scheinungsbild spiegelt: Zunehmende  Verwahrlosung und Verschmierung von Sprayern..

... und hinten der Prellbock

Zunehmende Verwahrlosung statt Touren durch Europa

1989 - Kurz vor der Stillegung noch ein Schmuck-
stück...

... seit 1988 keine Erneuerungsarbeiten.Die 97er HU
verstreicht ungenutzt. Auch der Faltbalgen ist brüchig
geworden, und im Winter fliegt Schnee in den Zug.

Oktober 2006
Von Sprayern verschmiert und
von der ursprünglichen Farbe
fast nichts mehr vorhanden,
aber er fährt : am 26. 10. zur Hauptuntersuchung.

Bild: Henning-Verlag

Wie in alten Zeiten - eine lebende Schranke für den “General “ in Richtung HU

Bild: Henning-Verlag

Jetzt kann es nur noch besser werden - die Einfahrt ins Bahnbetriebswerk.